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Erstmals Haftsstrafen nach Chemieunfall in Bhopal

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Erstmals Haftsstrafen nach Chemieunfall in Bhopal

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25 Jahre nach der Chemiekatastrophe bei Union Carbide in der indischen Stadt Bhopal sind erstmals acht Mitarbeiter für schuldig befunden worden.

Bei dem Unfall im Dezember 1984 entwichen hochgiftige Gase aus einer Pestizidfabrik. Allein in den ersten drei Tagen danach starben laut Regierung mehr als 3.000 Menschen, bis heute starben je nach Schätzung zwischen 15.000 und 25.000 Menschen an den Spätfolgen. Tausende wurden durch Verätzungen verletzt, Kinder der nächsten Generation kamen mit Missbildungen zur Welt.

Publikum wurde nicht zur Urteilsverkündung zugelassen. Umso größer die Wut: “Warum lassen sie uns nicht rein? Wer hat diese Anweisung gegeben? Sagen Sie es uns, rufen Sie sie an. Warum hat die Regierung solche Angst? Wir haben unsere Männer verloren, unsere Söhne und Enkel – warum hören sie nicht unsere Aussagen an? Einseitige Aussagen sind doch nutzlos!”

Die jetzt Verurteilten, indische Mitarbeiter und der Chef des indischen Tochterunternehmens, wurden wegen fahrlässiger Tötung zu zwei Jahren Haft verurteilt. Der damalige Vorstandsvorsitzende des US-Konzerns Union Carbide, Warren Anderson, entzog sich der Verantwortung und flüchtete in die USA. Diese lehnten Auslieferungsgesuche Indiens ab.