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Protest in Bhopal gegen Gerichtsurteile

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Protest in Bhopal gegen Gerichtsurteile

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25 Jahre nach der Giftgaskatastrophe im indischen Bhopal haben hunderte Menschen gegen die Urteile eines Gerichts in der indischen Stadt protestiert – und die Auslieferung des Amerikaners Warren Anderson verlangt; er war damals Chef des Unternehmens Union Carbide. Das Gericht verurteilte ehemalige leitende Angestellte des Konzerns zu je zwei Jahren Haft. Viel zu wenig, meinte eine Frau: “Sie haben 25.000 Menschen das Leben genommen, und 500.000 waren schwer betroffen, und dafür gibt es nur zwei Jahre Gefängnis. Für Mord bekommt man mindestens zwanzig Jahre. Wir sind mit dem Urteil überhaupt nicht zufrieden.”
Der Prozess war 1987 eröffnet worden. Die indische Regierung erklärte, sie habe sich vergeblich um Andersons Auslieferung bemüht, doch Menschenrechtler werden der Regierung Untätigkeit vor.
Im Dezember 1984 waren aus der ehemaligen Pestizidfabrik von Union Carbide in Bhopal etwa 40 Tonnen eines hochgiftigen Gases ausgetreten. Den meisten Schätzungen zufolge starben binnen drei Tagen 8000 Menschen, weitere 15.000 an Spätfolgen. In der Millionenstadt Bhopal kamen rund eine halbe Million Einwohner mit dem Gas in Berührung. Mindestens 100 000 Menschen wurden chronisch krank.
Die Gifgaskatastrophe von Bhopal gilt als schlimmstes Chemieunglück aller Zeiten.