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Obama will Moratorium für Ölbohrungen aufheben

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Obama will Moratorium für Ölbohrungen aufheben

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Trotz Bedenken von Umweltschützern will US-Präsident Obama das Moratorium für neue Ölbohrungen vor der Küste wieder aufheben. Während Experten am Meeresboden im Golf von Mexiko gewisse Fortschritte bei dem Versuch erzielten, das außer Kontrolle geratene Bohrloch zu stopfen, mehren sich Appelle, das Moratorium aufzuheben, da Arbeitskräfte gefährdet seien.

Umweltschützer hingegen betonten die Gefahren für die Umwelt. “Es ist Zeit für einen Ölwechsel”, sagt Larry Schweiger von der National Wildlife Federation: “Amerika muss sein Öl wechseln, und seine Energiepolitik. Und ich glaube, wir müssen heute den Kongress auffordern, diesem Land eine neue Energie-Agenda zu geben. Tun wir das nicht, setzen wir uns einfach immer größeren ökologischen und anderen Risiken aus. Es geht schließlich um unsere Lebensmittel-Reserven. Hier sind 20 bis 30 Prozent unserer Fischerei, und wir machen sie kaputt.”
Seit der Explosion der Bohrinsel Deepwater Horizon vor mehr als sechs Wochen hat das Ausmaß des Desasters ständig zugenommen. Weite Teile der US-Südküste sind inzwischen betroffen. Immer mehr Teerklumpen werden an die Strände gespült, und dies kurz vor Beginn der Urlaubs-Hauptsaison. Doch Panik macht sich noch nicht breit: “Wenn man überhaupt nicht mehr am Strand auf und ab gehen könnte, würde ich nicht kommen,” sagte ein Strandgänger in Alabama: “Die Leute sollen kommen und ihr Geld ausgeben, der Wirtschaft helfen.”

Helfer finden an den Stränden immer mehr verölte Vögel – und versuchen, ihr Gefieder zu reinigen. Auch diese Maßnahmen tragen zu den Gesamtkosten der Katastrophe bei.

BP bezifferte seine Kosten durch die Ölpest inzwischen auf mehr als eine Milliarde Euro.