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Kammerorchester Basel mit Sol Gabetta in Argentinien

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Kammerorchester Basel mit Sol Gabetta in Argentinien

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Argentinien ist in Feierlaune: Zum 200. Jahrestag der Unabhängigkeit finden das ganze Jahr über zahlreiche kulturelle Events statt. Ein Höhepunkt ist der Besuch des Kammerorchesters Basel, das zum ersten Mal in dem südamerikanischen Land gastiert. Das bekannte Schweizer Ensemble machte sich mit der berühmten, argentinischen Cellistin Sol Gabetta auf den Weg in ihre Heimat.

Die mehrfach preisgekrönte Star-Solistin spielt an der Seite ihres älteren Bruders Andrés, der bei dieser Tour Konzertmeister ist. Die beiden verstehen sich auch ohne Worte: “Ich muss ihn weder anschauen, noch reden, oder etwas organisieren. Es ist alles sofort da. Mit ihm zu spielen ist etwas sehr Natürliches. Ich denke, wir fühlen irgendwo, dass durch unsere Adern das gleiche Blut fließt.” “Wir kennen uns ja schon seit einer sehr langen Zeit”, bestätigt Andrés. “Also weiß ich sehr genau, wenn ich das Orchester führe, wann sie atmen wird. Oder wenn sie sich in einem Satz mehr Zeit lassen will, als in einem anderen. Es ist wirklich sehr unkompliziert. Ich denke, es ist einfacher, als für zwei Menschen, die nicht den familiären Hintergrund haben.”

Das Kammerorchester Basel wurde 1984 von Absolventen verschiedener Schweizer Musikhochschulen gegründet. Schnell machte sich das Ensemble in der Szene einen Namen. Heute sind die 35 Mitglieder ständig unterwegs. Fast 90 Prozent der Konzerte werden im Ausland gegeben. Die Motivation ist noch immer groß, ebenso die gemeinsame Energie, staunt Violinistin Cordelia Frankhauser. “Man geht auf die Bühne mit dem begeisterten Gefühl: Juppi, wir machen Musik!”

Harmonie auf der Bühne, aber auch privat wird ganz groß geschrieben beim Kammerorchester Basel. So werden wichtige Entscheidungen demokratisch gemeinsam getroffen, Probespiele gibt es nicht, man braucht eine Empfehlung um hier mitspielen zu dürfen. “Kammerorchester Basel spielen ist wie Sportwagen fahren, ein philharmonisches Orchester ist wie eine große Limousine”, sagt Hornist Olivier Darbellay. “Es hat beides seine Vorteile, aber Sportwagen fahren macht halt schon sehr viel Spaß.“

Das Repertoire ist vielfältig. Das Orchester legt großen Wert auf die Verbindung zwischen Tradition und Moderne. Fast jedes Mitglied hat zwei Instrumente, eines für die moderne und eines für die alte Musik, um den perfekten Klang der Zeit zu reproduzieren. Olivier Darbellay erläutert den Unterschied: “Bei uns Hornisten ist das natürlich ein ziemlich augenfälliger Unterschied, wenn man jetzt mal die beiden Hörner anschaut. Also die historische Variante ganz ohne Ventile und die moderne Variante, mit dem ganzen Apparat, der ganzen Mechanik. Wir brauchen tatsächlich beide Hörner beim Kammerorchester Basel.“

Die nächsten Projekte stehen schon vor der Tür. Nach Konzerten in Deutschland geht es im November mit der international gefeierten Star-Sopranistin Cecilia Bartoli auf große Europa-Tournee.

http://www.kammerorchesterbasel.com/