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Kopf-an-Kopf-Rennen in den Niederlanden?

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Kopf-an-Kopf-Rennen in den Niederlanden?

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In den Niederlanden hat die vorgezogene Parlamentswahl begonnen. 12,5 Millionen Stimmberechtigte sind an die Urnen gerufen, erste Hochrechnungen werden kurz nach Schließung der Wahllokale um 21 Uhr erwartet.

Zuletzt zeichnete sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Liberalen und der Sozialdemokraten ab, wobei die Liberalen weiterhin knapp vorn lagen. Eine Koalition wird in jedem Fall nötig sein, da keine Partei mit einer absoluten Mehrheit rechnen kann.

Die liberale Volkspartei für Freiheit und Demokratie unter Mark Rutte tritt mit einem radikalen Sparprogramm an, das auch Kürzungen bei den Sozialleistungen vorsieht. In den gegenwärtigen Krisenzeiten profitiert sie vom wirtschaftlichen Vertrauen, das ihr die Wähler entgegenbringen.

Im letzten Moment kam es noch zu einem Streit um ein Video im Internet, das den Junggesellen Rutte als homosexuelles Muttersöhnchen darstellt. Der sozialdemokratische Gegner Job Cohen wies Vorwürfe zurück, dass Wahlkämpfer seiner Partei dahinter steckten. Mit seinem Zugewinn in den Umfragen stärkte er Hoffnungen, einen Rechtsruck in den Niederlanden zu verhindern. Ebenso wie die Liberalen können die Sozialdemokraten mit über dreißig Mandaten im Parlament rechnen. Die Zweite Kammer hat insgesamt 150 Sitze.

Starke Verluste werden den Christdemokraten unter hingegen dem bisherigen Ministerpräsidenten Jan Peter Balkenende vorausgesagt. Viele Wähler sind enttäuscht, dass er nach dem Bruch der schwarz-roten Koalition wegen Unstimmigkeiten über den Afghanistan-Einsatz seinen Platz nicht räumte. Die Christdemokraten werden laut Umfrage auf Platz drei landen.

Stimmenzuwachs kann der Rechtspopulist Geert Wilders erwarten, seine Partei dürfte demnach zur viertstärksten Kraft aufsteigen. Allerdings haben Ruttes Liberale seiner Partei in letzter Zeit Anhänger abgezogen.