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Milliardenvernichter vor Gericht

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Milliardenvernichter vor Gericht

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Er spielte mit Milliarden. Er verlor auf der ganzen Linie. Nun muss sich Jerome Kerviel vor Gericht verantworten. Der ehemalige Angestellte und Börsenhändler der französischen Großbank Société Générale soll das Institut um 4,9 Milliarden Euro gebracht haben. Dem heute 33-Jährigen drohen bis zu fünf Jahren Haft. Kerviel aber sieht sich als Opfer des Systems und will nicht als Sündenbock herhalten. So sieht´s auch sein Rechtsbeistand

Anwalt Olivier meint: “Seit der weltweiten Krise weiss es doch jeder, dass ein Einzelner dafür nicht verantwortlich sein kann. Der, der jetzt vor Gericht steht ist im großen Spiel der Bauer. Er hat Nutzen daraus gezogen, doch als er nicht mehr gebraucht wurde, wurde er geopfert.”

Die Société Générale wirft Kerviel kriminelle Vertuschungsmanöver vor. Die Bank tritt als Nebenkläger auf und hat Schadensersatzansprüche in Milliardenhöhe angekündigt. Das Gerichtsverfahren ist auf drei Wochen angesetzt.

Der Finanzexperte Christian Chavagneux sagt:

“Alle Händler in der Societe Generale hatten gewisse Freiräume. Jedenfalls solange sie dabei Gewinne erzielten. Doch hier sind die Beträge derart hoch, dass ich mir nicht vorstellen kann, dass einer seiner Chefs davon wusste und ihn gewähren liess.”

Während der Verhandlung sollen bis zu 45 Zeugen gehört werden. Ein Termin für die Urteilsverkündung gegen Jerome Kerviel steht noch nicht fest.