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Robben Island - vom Strafraum zum Freiraum

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Robben Island - vom Strafraum zum Freiraum

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Robben Island vor Kapstadt: Strafraum im doppelten Wortsinn. Auf der Insel saßen politische Gefangene unter dem rassistischen Apartheid-Regime halbe Leben ab. Ein paar Kilometer vom berüchtigten Knast liegt das Green Point WM-Stadion.

Auf Robben Island saß Nelson Mandela 18 Jahre lang – die allgegenwärtige Gewalt gegen die Gefangenen konnte den späteren ersten schwarzen Präsidenten Südafrikas nicht ernsthaft beschädigen.

Hier wurde mit Fußball Politik gemacht.

Denn jahrelang kämpften die Gefangenen für das Recht zum Kickern und setzten sich schließlich durch. Marcus Soloman:

“Die sagten: Fußball spielen! Dies ist kein Hotel. Dies ist ein verdammter Knast, Mann!” Und auch wir Gefangene waren nicht einer Meinung – sollten wir wir wirklich um Fußball bitten, solange nicht mal das Essen in Ordnung war ?”

Schließlich entstand ein Verband – die Makana Football Association. Die ersten Spiele wurden im Jahr 1969 angepfiffen. Die Makana FA brachte sogar eine Meisterschaft zustande, die perfekt den Regeln der FIFA entsprach. In seiner Blütezeit brachte es der Verband auf neun Clubs.

Heute spricht von Apartheid keiner mehr. Aber für Soloman bleibt noch eine Menge zu tun:

“Es gab dort Leute, die für eine bessere Welt kämpften. Und dieser Kampf geht weiter. Das, wofür wir uns eingesetzt haben, ist noch lange nicht verwirklicht in Südafrika”

Nach der Apartheid gingen viele Aktive der Makana FA in die Politik. Der aktuelle südafrikanische Präsident Jacob Zuma zum Beispiel war Schiedsrichter auf Robben Island.

Die FIFA machte die Makana FA zum Ehrenmitglied des Verbandes. Und für Präsident Sepp Blatter gehören die nächsten Wochen ohnehin dem großen Versöhner und Sportfan Nelson Mandela:

“Es werden seine Weltmeisterschaften sein»