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Spanier protestieren gegen Sparpaket

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Spanier protestieren gegen Sparpaket

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Mit Streiks und Kundgebungen gegen Sparpläne: In Spanien hat es den ersten Streik im öffentlichen Dienst seit vierzehn Jahren gegeben.

Spanien kämpft gegen ein Haushaltsloch von elf Prozent; erlaubt sind Euroländern drei Prozent. Die Regierung will deshalb zum Beispiel die Gehälter im öffentlichen Dienst um durchschnittlich fünf Prozent kürzen und im nächsten Jahr einfrieren. Auch für Rentner gilt im kommenden Jahr eine Nullrunde.

“Ich verdiene 1200 Euro”, sagt eine Frau hier;

“hundert Euro hätte ich dann weniger.” – “Es geht nicht nur um Geld”, meint ein Mann; “sondern auch um Würde, um etwas Respekt!”

Über die Beteiligung an dem Streik gehen die Angaben weit auseinander. Das befürchtete Chaos blieb jedenfalls aus. Um Engpässe zu vermeiden, hatte die Regierung aber auch die Beamten zu Mindestdiensten verpflichtet.

Der Ausstand galt auch als Generalprobe für einen seit Wochen von den Gewerkschaften angedrohten umfassenden Streik. Mit der Regierung liegen sie ebenfalls über Kreuz wegen einer geplanten Arbeitsmarktreform, die unter anderem den Kündigungsschutz lockern soll. Sollte es bei
Kompromissgesprächen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern keine Einigung geben, will die Regierung diese Reform nächste Woche im Alleingang beschließen.