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Hohe Haftstrafen für Völkermord in Srebrenica

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Hohe Haftstrafen für Völkermord in Srebrenica

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Fünfzehn Jahre nach dem Massaker in Srebrenica hat das Internationale Kriegsverbrechertribunal in Den Haag zwei Angeklagte wegen Völkermordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Fünf weitere erhielten fünf bis 35 Jahre Gefängnis.

Mit Genugtuung nahmen Hinterbliebene der Opfer die Urteile auf. Eine Frau, die ihren Mann und ihren Sohn bei dem Massaker im Juli 1995 verlor, meinte: “Die Zahl der Jahre, die sie im Gefängnis sitzen müssen, ist doch gar nicht wichtig. Wichtig ist, dass das Verbrechen vor Gericht geahndet wird. Verbrechen und Völkermord müssen gerichtlich geahndet werden. Das ist wichtig für die künftigen Generationen in Bosnien-Herzegowina, für das künftige Leben in diesem Land.”

Die sieben Verurteilten hatten sich selbst als unschuldig bezeichnet und erklärt, sie hätten legitime Interessen ihres bosnisch-serbischen Volkes verteidigt. Das Gericht hingegen sah es als erwiesen an, dass sie in Srebrenica im Zuge des Bosnien-Krieges an systematischen Angriffen auf die bosnisch-muslimische Zivilbevölkerung beteiligt waren und Völkermord begingen oder Beihilfe dazu leisteten. Zum Teil hätten die Ex-Militärs in direkter Komplizenschaft mit Ratko Mladic gehandelt, dem damaligen militärischen Befehlshaber. Er ist weiterhin auf der Flucht.

Das Massaker in Srebrenica gilt als das schlimmste Kriegsverbrechen seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Bis zu 8.000 bosnische Muslime, zumeist Männer und Jungen, wurden von bosnisch-serbischen Truppen verschleppt und ermordet.