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Ausnahmezustand nach Unruhen in Osch

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Ausnahmezustand nach Unruhen in Osch

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Bei schweren Unruhen sind im Süden Kirgistans mehr als 40 Menschen ums Leben gekommen. Etwa 600 weitere Menschen wurden verletzt. Mehrere hundert jugendliche Kirgisen und Usbeken gingen mit Stahlknüppeln und Schusswaffen aufeinander los. Die Randalierer steckten Autos in Brand, plünderten Geschäfte und Internet-Cafés aus. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, steht ein usbekisches Wohnviertel in Flammen.

In der Hauptstadt Bischkek forderten mehrer hundert Kirgisen die Regierung auf, sie zu bewaffnen und zur Unterstützung ihrer Landsleute nach Osch zu entsenden. Die Übergangsregierung verhängte über Osch und Bezirke in der Umgebung den Ausnahmezustand und ordnete eine nächtliche Ausgangssperre an.

Nach den Ausschreitungen in der Nacht zum Freitag konnten Militär und Polizei die Lage erst am Nachmittag weitgehend unter ihre Kontrolle bringen. Am Freitagabend waren dann Panzerfahrzeuge auf den Straßen zu sehen.

Es sind die schwersten Unruhen seit dem Sturz von Präsident Kurkmanbek Bakijew im April. Der Süden Kirgistans ist die Hochburg des gestürzten Präsidenten. Seit April kommt es immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen. Im Norden mit der Hauptstadt Bischkek ist die Lage vergleichsweise ruhig.