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Russland will nicht in Kirgistan-Konflikt eingreifen

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Russland will nicht in Kirgistan-Konflikt eingreifen

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Im Süden Kirgistans verschärfen sich die ethnischen Unruhen. Gleichzeitig hat Russland es – vorerst – abgelehnt, in den Konflikt einzugreifen. Mehr als 60 Menschen wurden laut dem Gesundheitsministerium in der Stadt Osch getötet. Mehr als 900 seien verletzt worden. Viele Häuser wurden niedergebrannt.

Seit gestern gehen Kirgisen und Mitglieder der usbekischen Minderheit aufeinander los. Tausende haben die Flucht nach Usbekistan ergriffen. Es sind die schwersten Unruhen seit zwei Monaten, als Präsident Kurmanbek Bakijew gestürzt wurde. Die Regierung weitete die verhängte Ausgangssperre auch auf dessen Heimatregion Jalalabad aus.

“Wir brauchen mehr Truppen, um die Lage zu beruhigen. Deshalb haben wir zuerst Russland um Hilfe gebeten”, sagte Rosa Otunbajewa, die Chefin der Übergangsregierung, vor der Absage aus Moskau. Russland verlangt ein internationales Mandat, will aber bei der Evakuierung helfen und humanitäre Hilfe nach Süd-Kirgistan schicken.

In Moskau demonstrierten Exil-Usbeken vor der usbekischen Botschaft: “Unsere Angehörigen rufen uns an, bitten uns um Hilfe, bitten uns, die Russen um Hilfe zu bitten, und das tun wir”, ruft eine Frau.

Die Übergangsregierung sieht hinter den Ausschreitungen den Versuch, ein Referendum über eine neue Verfassung zu verhindern. Im armen Kirgistan haben sowohl Russland als auch die USA Militärbasen.