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Kämpfe in Kirgistan: Ausnahmezustand ausgeweitet

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Kämpfe in Kirgistan: Ausnahmezustand ausgeweitet

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In Süd-Kirgistan werden die ethnischen Kämpfe immer brutaler. Angehörige der usbekischen Minderheit beschuldigten das Militär, kirgisische Banden bei einem Genozid zu unterstützen. Erst würden Häuser abgebrannt, dann auf die Flüchtigen geschossen. Viele Kirgisen aber geben den Usbeken die Schuld and der Gewalt.

Die Kämpfe waren vor drei Tagen in Osch ausgebrochen, der zweitgrößten Stadt der zentralasiatischen Republik. Mehr als 110 Menschen sind laut Gesundheitsministerium getötet und 1400 verletzt worden.

Das einst von Stalin zerschnittene Ferganatal ist seit Langem Schauplatz von Kämpfen zwischen Usbeken, Kirgisen und Tadschiken.

Die Übergangsregierung in Bischkek weitete den verhängten Ausnahmezustand nun auf Weite Teile Süd-Kirgistans aus. Sie berief zahlreiche Reservisten ein und erteilte den Truppen die Erlaubnis, zu töten.

Zehntausende Usbeken flohen an die nahegeliegene Grenze zu Usbekistan, vor allem Frauen und Kinder. Am Flughafen von Bischkek trafen mit einem Transportflugzeug Verletzte aus der Konfliktregion ein.

Außerdem landeten Hunderte russische Fallschirmjäger um einen russischen Stützpunkt zu schützen. Eingreifen will Moskau in den Konflikt bislang nicht.

In zwei Wochen sollte sich das Land nach dem Willen der Übergangsregierung und zwei Monate nach dem Sturz des Präsidenten Kurmabek Bakijew eine neue Verfassung geben. Dieser dementierte, hinter der Gewalt zu stecken.