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Kämpfe in Kirgistan - Reservisten eingezogen

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Kämpfe in Kirgistan - Reservisten eingezogen

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Im Süden Kirgistans gelingt es der Übergangsregierung nicht, die Kämpfe zwischen Usbeken und Kirgisen einzudämmen. Mehr als 100 Menschen wurden binnen drei Tagen getötet, mehr als 1200 verletzt. Doch die Dunkelziffer könnte weit höher liegen. Die Interimsregierung hat damit begonnen, Reservisten einzuziehen.

Zehntausende Usbeken sind auf der Flucht ins benachbarte Usbekistan. In Osh, wo die Kämpfe ausbrachen, geben viele Kirgisen ihnen die Schuld daran: “Was sie hier sehen, die verbrannten Restaurants und Cafés, gehörte Usbeken. Warum haben sie nicht einfach in Frieden leben wollen? Ich verstehe das nicht”, sagt ein Mann.

Und eine Kirgisin fragt: “Warum schützt uns die Regierung nicht? Das ist mein Land, Kirgistan. Ich bin hier geboren und aufgewachsen. Warum sollte ich von hier fortgehen?”

Im kirgiesischen Südwesten sind die Hälfte aller Einwohner Usbeken. Sie wollen mehr Autonomie. Die Regierung in Bischkek lehnt das ab. Dass der Clan des gestürzten Präsidenten Kurmanbek Bakijew hinter den Ausschreitungen steht, wies dieser zurück. Das deutsche Außenamt, das als einziges in der EU eine Botschaft in Bischkek unterhält, will den Europäern bei der Ausreise aus Kirgistan helfen.