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Kriegsrecht in Kirgistan

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Kriegsrecht in Kirgistan

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Angesichts eskalierender Gewaltexzesse im Süden von Kirgistan hat die Führung der zentralasiatischen Republik die Teilmobilmachung der Streitkräfte verfügt und das Kriegsrecht in Osch verhängt. Die Sicherheitskräfte dürfen damit in der Region gezielt Töten. Die Maßnahmen gegen – wie es hieß – “kriminelle Elemente” seien nötig, um die
Verfassungsordnung aufrechtzuerhalten, sagte Übergangspräsidentin Rosa Otunbajewa. Sie machte vor allem Anhänger des vor zwei Monaten
gestürzten Präsidenten Kurmanbek Bakijew für die Ausschreitungen verantwortlich. Nach Angaben der Regierung gab es bislang mindestens 77 Tote und mehr als 1000 Verletzte. Russland reagierte auf die Bitte nach Militärhilfe mit großer Zurückhaltung. Im Süden Kirgistans ist die Lage extrem instabil. In Osch und Umgebung seien Artilleriefeuer und Salven aus automatischen Waffen zu hören, viele Gebäude und Autos stünden in Flammen, hieß es. Hilfsorganisationen berichten, inzwischen seien rund 5000 Flüchtlinge auf dem Weg ins benachbarte Usbekistan.