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Schicksalswahl in Belgien

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Schicksalswahl in Belgien

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In Belgien war die Parlamentswahl – die vielleicht über das Schicksal des Landes bestimmen wird – an diesem Samstag um 13 Uhr fast schon wieder vorbei: Zu diesem Zeitpunkt machten schlossen die Wahlbüros ihre Pforten; Nachzügler hatten noch die Möglichkeit, elektronisch ihre Stimme bis 15 Uhr abzugeben.

Der Mann auf den bei dieser Wahl alle Augen gerichtet sind ist Bart de Wever: Seine ‘Neue Flämische Allianz’ wird wohl zur stärksten Partei im niederländischsprachigen Flandern. Er will, dass sich das Königreich “langsam auflöse”, damit Flandern ein unabhängiger Staate werden kann.

Dennoch mehr Chancen, künftiger Premierminister zu werden, hat Elio di Rupo, der Spitzenmann der Sozialisten in der französischsprachigen Wallonie. Seine Partei wird dort wohl die Stärkste werden – und er könnte in der Lage sein eine – zumindest halbwegs – tragfähige Koalition zu bilden.

Abtreten wird Regierungschef Yves Leterme. Weil seine Koalition im April zerbrach sind diese Neuwahlen nötig geworden. Er stritt nun nicht mehr an – könnte aber, weil die Koalitionsverhandlungen wahrscheinlich sehr lange dauern werden, das Land noch viele Monate kommissarisch führen.

Als Spitzenkandidatin von Letermes flämischen Christdemokraten tritt Marianne Thyssen an: Sollte ihrer Partei doch noch gelingen, das angekündigte Wahldesaster abzuwenden, hätte auch sie Chancen, Ministerpräsidentin zu werden.