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Flüchtlingsdrama an der usbekischen Grenze

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Flüchtlingsdrama an der usbekischen Grenze

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Angesichts der anhaltenden Unruhen im Süden von Kirgistan versuchen zahlreiche Menschen, sich über die Grenze nach Usbekistan in Sicherheit zu bringen. Die humanitäre Lage an der Grenze ist prekär. Nach usbekischen Angaben sind bereits 80.000 Menschen aus Kirgistan geflohen, zumeist Angehörige der usbekischen Minderheit.

Sie berichten von progromartigen Zuständen in Südkirgistan. Bewaffnete Kirgisen machten regelrecht Jagd auf Usbeken und steckten usbekische Wohnviertel in Brand. Im Zentrum der Unruhen, in der Gegend um die Städte Osch und Dschalal-Abad, gehört etwa die Hälfte der Bevölkerung der usbekischen Minderheit an. Nach ihren Angaben wurden allein in Dschalal-Abad 700 Menschen getötet. Ihre Leichen seien in einer Moschee aufgebahrt worden. Das Gesundheitsministerium spricht von 124 Toten und knapp 1700 Verletzten.

Das von Russland geführte Militärbündnis, Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS), schließt nun einen Truppeneinsatz in Kirgistan nicht mehr aus. Bereits gestern hatte Russland 150 Fallschirmjäger zum Schutz seiner Stützpunkte nach Kirgistan verlegt.