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Gewalt im Süden Kirgistans hält an

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Gewalt im Süden Kirgistans hält an

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Auch an diesem Montag schossen laut Augenzeugen marodierende Banden auf Bewohner und Häuser, es herrsche Chaos. Das Innenministerium bezeichnete die Lage als angespannt, die Regierung räumte ein, sie nicht völlig unter Kontrolle zu haben – trotz Teilmobilmachung der Armee und Schießbefehls.

Der ethnische Konflikt war vergangene Woche eskaliert. Bei den Angriffen von Kirgisen auf usbekische Landsleute wurden mehr als hundert Menschen getötet und weit über tausend verletzt.

In der Stadt Osch, dem Brennpunkt der Spannungen, nahmen Gemeindeälteste der kirgisischen und usbekischen Bevölkerung am Sonntag Verhandlungen auf und teilten symbolisch das Brot als Zeichen der Freundschaft. Die usbekische Minderheit ist in der Region konzentriert und liegt hier mit den Kirgisen zahlenmäßig etwa gleichauf.

Schon 1990 hatte es ethnische Spannungen mit hunderten Toten gegeben. Hinter der gegenwärtigen Eskalation vermutet die Interimsregierung den geschassten Präsidenten Bakijew, sie wirft ihm vor, das Ende Juni geplante Verfassungsreferendum sabotieren zu wollen.

Tausende Usbeken sind auf der Flucht. Russland flog Verletzte aus, lehnte die Bitte um militärische Hilfe aber ab – es sei eine innere Angelegenheit Kirgistans. An diesem Montag soll jedoch die Militärorganisation früherer Sowjetrepubliken in Moskau über ein gemeinsames Eingreifen beraten.