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Mobile Patienten

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Nach Jahren des Feilschens haben sich die europäischen Gesundheitsminister über die grenzüberschreitende medizinische Versorgung geeinigt. Das heikle Thema bedarf noch der Zustimmung des Parlaments. Was ist der rote Faden ?
 
Unter welchen Bedingungen kann man sich in einem anderen Land der EU ärztlich behandeln lassen und in welchen Fällen werden die Kosten übernommen und vom wem – das soll die künftige EU-Richtlinie zur Patientenmobilität regeln.
 
Schon jetzt können sich Europäer in einem  anderen Mitgliedstaat behandeln lassen – wenn sie die Zustimmung ihrer Krankenkasse haben und die Kosten vorstrecken.
 
Der Gesetzentwurf schreibt diese Möglichkeit fest und bestimmt, dass die Kosten im anderen Land in der Höhe erstattet werden, die im Heimatland des Patienten für die gleiche oder eine ähnliche Behandlung üblich ist. 
 
Geregelt ist auch, welche Behandlungen künftig vorab genehmigt werden müssen: 
- wenn der Patient mindestens eine Nacht ins Krankenhaus muss, 
- wenn sehr anspruchsvolle Geräte zum Einsatz kommen, – oder wenn ein starker Zustrom von ausländischen Patienten zu erwarten ist.
 
Denn viele Fachleute haben schon große
Ängste vor einem Boom im “Medizin-Tourismus”, der aus ihrer Sicht in der Lage wäre, die Gesundheitssysteme in den gefragtesten Ländern zu destabilisieren. Auch das Problem der zahlreichen Rentner in Südeuropa – so mancher ist Dauerkunde beim Arzt – wird angesprochen. In der künftigen Richtlinie ist eine Lösung angelegt: die Kosten landen künftig beim Land, in  dem der Hauptwohnsitz liegt.
 
Trinidad Jiménez, Spaniens Gesundheitsministerin:
 
“Wenn ein Patient in einem Land wie Spanien seinen Wohnsitz hat, kehrt aber in sein Ursprungsland zurück, um sich behandeln zu lassen -  in diesem speziellen Fall ist dann das Herkunftsland dran, die Kosten der Behandlung zu übernehmen. “
 
Der Text muss nun vom Europäischen Parlament genehmigt werden - hier wurden bereits jede Menge Änderungsanträge eingereicht. Aufgabe der belgischen Präsidentschaft der EU wird es sein, (in der zweiten Jahreshälfte 2010) einen tragfähigen Kompromiss zu finden zwischen den 27 EU-Staaten und den Abgeordneten.