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Zur Geschichte des Staates Belgien

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Zur Geschichte des Staates Belgien

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Seit dem Mittelalter wurde das Land, das heute Belgien, heisst, von den Habsburgern regiert. 1794 von Truppen des revolutionären Frankreich annektiert, die ihre Sprache mitbrachten. 1815 auf dem Wiener Kongress den Niederlanden zugesprochen – 15 Jahre später unabhängig. Geteilt wurde entlang der Religionsgrenze – die Katholiken nach Belgien, die Protestanten in die Niederlande.

Nach fünf Reformen seit 1970 besteht der heutige Bundesstaat aus drei Gemeinschaften, getrennt nach Sprachen. Niederländisch, französisch und deutsch. Nach der letzten Erhebung von 1962 zählten sich 60 Prozent der Einwohner zur flämischen, 40 Prozent zur wallonischen Gemeinschaft. Ebenso wie diese beiden Gruppen haben auch die rund 74.000 deutsch sprechenden Belgier im Osten Schulen und Medien in ihrer Sprache.

Die Regierung in Brüssel ist für Außen- und Verteidigungpolitik zuständig, aber auch für Justiz, Finanzen, Kranken- und Rentenversicherung.
Dass alle in einen Topf einzahlen, gehört zu den größten Streitpunkten. Flandern steht wirtschaftlich besser da als Wallonien, dem vor allem die Wirtschaftszweige rund um den Steinkohlebergbau weggebrochen sind.

Die Hauptstadt Brüssel liegt geografisch in Flandern – hat aber mit ihrer Zweisprachigkeit einen Sonderstatus. Das legt die Frage nahe:
Wie stellen sich die flämischen Seperatisten eine Aufteilung vor?

Der Chef der “Neuen Flämischen Alliance”, Bart de Wever, will das lösen wie bei einem Scheidungskind.

Um das hätten sich doch auch die geschiedenen Eltern gemeinsam zu kümmern. Er sagt:

“Brussel is the child of the Francophones and the Flemish in Belgium. And if you divorce you have to take care of the kid together, you have to take care of its well being together. That could be a solution for the problem of Brussels.”

Der Wahlsieger hat auch eine einfache Antwort auf die Frage, wie man bei der Scheidung die Schulden aufteilen sollte, die in diesem Jahr immerhin so hoch sind wie das gesamte Bruttoinlandsprodukt – pro Kopf der Bevölkerung.

Dabei erinnert Bart de Wever gern an Tschechen und Slovaken, die sich 1992 ganz und gar friedlich trennten..