Eilmeldung

Eilmeldung

Genugtuung in Londonderry

Sie lesen gerade:

Genugtuung in Londonderry

Schriftgrösse Aa Aa

Unschuldig. Es ist dieses ein Wort, das 5000 Seiten Untersuchungsbericht für sie zusammenfasst. Für die Menschen von Londonderry, Nordirland, wo vor fast 40 Jahren 14 aus ihren Reihen erschossen wurden. Von britischen Soldaten. Auch Gerry Adams ist gekommen, einst Mitglied der katholisch-paramilitärischen IRA, dann, Jahrzehnte später, Wegbereiter im Friedensprozess.

Hinterbliebenen wie Gerry Duddy ist endlich Genugtuung widerfahren: “Vor mehr als 38 Jahren, rannte ein junger Mann – mein Bruder Jacky! – von Soldaten davon. Er wurde erschossen – und so sagt es auch der Report von Saville – ohne eine Gefahr für irgendjemanden darzustellen. Ich freue mich, sagen zu können: Jackie war unschuldig.”

“Ich heiße Geraldine Dougherty. Ich bin die Nichte von Gerard Donaghey. Heute hat die Welt gesehen, dass mein Onkel unschuldig war. Ermordet vom Unbekannten Soldaten, als er versuchte, sich in Sicherheit zu bringen.”

Ob die Fallschirmjäger, die die Demonstranten damals erschossen haben, nun vor Gericht kommen, ist unklar – und auch juristisch umstritten. Denn viele Verurteilte auf beiden Seiten waren nach dem Karfreitagsabkommen von 1998 aus der Haft freigekommen.