Eilmeldung

Eilmeldung

Humanitäre Krise nach Unruhen in Kirgistan

Sie lesen gerade:

Humanitäre Krise nach Unruhen in Kirgistan

Schriftgrösse Aa Aa

Während die Gewalt im Süden Kirgistans offenbar etwas abflaut, verschärft sich die humanitäre Krise in der Region, insbesondere im Nachbarstaat Usbekistan. Die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa brandmarkte die Angriffe auf die usbekische Minderheit in Kirgistan als “versuchte ethnische Säuberung”. Die Mitgliedsstaaten boten einstimmig ihre Hilfe an.
 
Die kirgisische Interimsregierung, die bislang Russland um militärisches Eingreifen gebeten hatte, erklärte an diesem Dienstag, Friedenstruppen würden im Süden nicht gebraucht, die Lage habe sich etwas beruhigt, und man hoffe, sie ohne Hilfe aus dem Ausland unter Kontrolle zu bringen. Polizei und Sicherheitskräfte des Innenministeriums patrouillierten dort. Dennoch wird weiter über eine gemeinsame Intervention von Friedenssoldaten aus Russland und den Partnerstaaten in der Organisation des Vertrags über kollektive Sicherheit (OVKS) beraten.
 
Allerdings befürchtete die Interimsregierung, dass nun im Norden, in der Region um die Hauptstadt Bischkek, Unruhen angezettelt werden könnten. Der ethnische Konflikt im Süden, hinter dem sie politische Drahtzieher aus dem Umfeld des geschassten Präsidenten vermutet, hat zudem eine humanitäre Krise insbesondere im benachbarten Usbekistan ausgelöst.
 
Laut UNO sind mehr als 70.000 Menschen dorthin geflohen. Nachdem der Ansturm zu groß wurde, hat Usbekistan die Grenze dicht gemacht, viele Flüchtlinge stecken dadurch fest. Die Vereinten Nationen arbeiten mit anderen Organisationen an Hilfsaktionen, Russland will diesen Mittwoch drei Flugzeuge mit Hilfsgütern schicken.
 
Der Weltsicherheitsrat verurteilte die Gewalt und forderte Nahrungs- und Hilfsmittel für das Krisengebiet an. Laut Unicef müssen viele Menschen mit Schusswunden medizinisch behandelt werden. Die hygienischen Verhältnisse seien schlecht.