Eilmeldung

Eilmeldung

Massenprotest in Rumänien gegen Sparmaßnahmen

Sie lesen gerade:

Massenprotest in Rumänien gegen Sparmaßnahmen

Schriftgrösse Aa Aa

Tausende Rumänen haben vor dem Parlament in Bukarest gegen die Sparpläne der Regierung demonstriert. Derweil debattierten drinnen die Abgeordneten über einen Misstrauensantrag, den die sozialistische Opposition eingebracht hatte.

Dabei war nicht ganz sicher, ob die bürgerliche Regierung das Misstrauensvotum am Nachmittag übersteht: Ministerpräsident Emil Boc muss mit Abweichlern aus den eigenen Reihen rechnen. Auch die Stimmen der Parteilosen dürften ausschlaggebend sein.

Die Regierung plant, Beamtengehälter um 25 Prozent zu kürzen und Renten und Sozialleistungen um 15 Prozent.

Insbesondere für die Rentner, die im Schnitt gut 160 Euro pro Monat bekommen, ein Schlag. Florea Baicoianul zum Beispiel, der in der Stadt Baicoi nördlich von Bukarest wohnt, hat knapp 150 Euro Rente monatlich zur Verfügung. Er holt sein Wasser am Brunnen. Fließend Wasser zu Hause kann er sich nicht leisten: “Ich habe über 33 Jahre lang gearbeitet. Und ich habe eine sehr kleine Rente. Ein Drittel davon brauche ich, um meine Medikamente zu bezahlen. Es reicht kaum zum Leben. Manchmal verdiene ich mir bei meinen Nachbarn etwas dazu.”

Die Rentnerin Forica Marinescu muss mit noch weniger auskommen: Umgerechnet hundert Euro. Da bleibt nur Selbstversorgung mit Hühnern und Kaninchen. Und: “Ich weiß nicht, ob ich überleben kann, wenn sie meine Rente um 15 Prozent kürzen. Ich verzichte schon auf den Kauf von Medikamenten, weil ich sie mir nicht mehr leisten kann.”

Die Regierung Boc rechtfertigt ihre Sparpläne damit, dass sie nur so die Bedinungen des Internationalen Währungsfonds und der EU für die Überweisung der nächsten zugesagten Milliardenkredite erfüllen kann.