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Nordirlands "bloody Sunday" aufgearbeitet

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Nordirlands "bloody Sunday" aufgearbeitet

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1972 war das Jahr, in dem die blutigen Zusammenstöße in Nordirland eskalierten.

Die IRA warf Bomben in ihrem Kampf für Bürgerrechte – die britische Armee antwortete mit scharfen Schüssen. 470 Menschen starben in jenem Jahr 14 Opfer forderte allein der “Blutsonntag”

An jenem 30.Januar schossen Fallschirmjäger auf Menschen, die trotz Verbots in Londonderry demonstrierten.

Zu den Toten gehörte auch der damals 17jährige Jackie Duddy. Hier sieht man, wie Bischof Daly – ein blutiges Taschentuch schwenkend – den leblosen Körper zu bergen hilft.

Für Jackies Schwester Kay ist dieses Taschentuch Beweis wie Symbol für die Unschuld ihres Bruders

Er habe doch nichts getan, betont sie immer wieder.Man habe ihn hinterher beschuldigt, Brandbomben geworfen zu haben, als er erschossen wurde. Das stimme aber nicht, dafür gebe es keinen Beweis. Er sei zu hundert Prozent unschuldig gewesen.

Am 2. Februar wurde Jackie zusammen mit zwölf anderen Toten in Londonderry zu Grabe getragen. Das 14. Opfer erlag einige Wochen später seinen Verletzungen. Tausende folgten damals den Särgen – in Regen und Kälte. Regiert wurde Großbritannien zu jener Zeit von dem konservativen Premier Edward Heath

Eine schnell angesetzte Ermittlung unter Leitung von Lord John Widgery entlastete die britische Armee. Es hiess, die Fallschrimjäger hätten auf Schüsse aus den Reihen der demonstranten geantwortet.

Es sollten 26 Jahre vergehen, bis Labour-Führer Tony Blair an die Macht kam und den Friedensprozeß in Nordirland vorzubringen versuchte. Dazu beauftragte er 1998 eine Komission unter Lord Saville mit neuen Ermittlungen. Die bezog auch Beweismittel und Zeugenaussagen ein, die 1972 keine Rolle gespielt hatten.

Und so kam sie nach gut 12jähriger Arbeit zu dem Ergebnis: Der Schießbefehl vom 30. Januar 1972 war nicht gerechtfertigt!

Vielleicht können alte Wunden jetzt vernarben – vergessen werden sie in Nordirland den “Bloody Sunday” niemals.