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Prozess gegen Hintermänner von Mord an Hrant Dink

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Prozess gegen Hintermänner von Mord an Hrant Dink

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In Istanbul hat der Prozess gegen 33 Angeklagte wegen Verschwörung begonnen. Sie gehören fast ausnahmslos dem Militär an. Darunter sind ein aktiver Admiral und einer im Ruhestand, Offiziere und ein Zivilist. Sie sollen dem laizistisch-nationalistischen Untergrund-Netzwerk Ergenekon angehören. Ihnen drohen bis zu 15 Jahren Haft.

Die Anklage wirft ihnen vor, mit Anschlägen gegen die nicht-muslimische Minderheit versucht zu haben, den Staat zu destabilisieren. Und ein Klima zu schaffen für einen Putsch. Prominentestes Opfer des Plans “Käfig” war der armenisch-türkische Journalist Hrant Dink, Gründer der zweisprachigen Wochenzeitung Agos. Das Blatt tritt in dem Verfahren als Nebenkläger auf.

Dink war im Januar 2007 auf offener Straße erschossen worden, ein 16-Jähriger hat die Tat gestanden. Außerdem wurde die Ermordung dreier christlicher Missionare in das Verfahren mit eingeschlossen, sowie ein geplanter Bombenanschlag auf Schulkinder in einem Istanbuler Museum. Die Ermordung Dinks hatte weltweit Entsetzen ausgelöst.