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Nach Gewaltwelle die Flut der Flüchtlinge

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Nach Gewaltwelle die Flut der Flüchtlinge

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Nach der Gewaltwelle kommt die Flut der Flüchtlinge. Zehntausende Usbeken haben sich vor den ethnischen Kämpfen im Süden Kirgistans nach Usbekistan geflüchtet. Doch die Behörden lassen nur noch Verletzte über die Grenze, zu groß sei der Ansturm geworden.
 
Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR schätzt, dass mehr als eine Viertelmillion Menschen auf der Flucht sind. Die, die es geschafft haben, mussten alles zurücklassen, manche auch ihre Kinder. Eine Frau, die Fotos ihrer Kleinen in den Händen hält, ruft: “Sie sagten uns: Das ist Kirgistan. Hier sollen nur Kirgisen leben. Auf die Angriffe haben sie sich vorbereitet.”
 
Hinter den Kämpfen im Fergana-Tal, in Osch und Dschalal-Abad vermutet die Übergangspräsidentin ihren gestürzten Amtsvorgänger Kurmanbek Bakijew. Rosa Otunbajewa räumte ein, dass die Zahl der Opfer um ein Vielfaches höher sein könnte als die offiziell angegebenen 176. Militärische Hilfe aus dem Ausland sei aber nicht mehr nötig: “Wir haben einen Schießbefehl ausgegeben, aber das wirkt nicht immer, denn die Menschen kennen sich, mögen sich, und deshalb verwendet nicht jeder seine Waffe.”
 
Am geplanten Verfassungs-Referendum in knapp zwei Wochen will Otunbajewa festhalten. Doch könnte sich auch die Lage im Norden destabiliseren. Mit einer Amnestie will sie die Brandschatzer dazu bringen, die Waffen binnen drei Tagen abzugeben.
 
Unterdessen ließ die deutsche Botschaft in Bischkek knapp hundert Ausländer mit Chartermaschinen aus Osch ausfliegen.