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Rede an die Nation: Obama bitte BP zur Kasse

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Rede an die Nation: Obama bitte BP zur Kasse

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Nach seinem vierten Besuch am Golf von Mexiko hat US-Präsident Barack Obama in einer Rede zur Nation bekräftigt, BP zahlen zu lassen. Es sei die schlimmste Umweltkatastrophe der USA, vergleichbar mit einer Epidemie, die noch langjährige Folgen habe. Mit seiner Fernsehansprache wollte er auch beweisen, dass er die Zügel in die Hand nimmt. In den vergangenen Wochen war ihm immer häufiger vorgehalten worden, nicht entschlossen und schnell genug gegen die Ölpest anzukämpfen und sich zu sehr auf BP zu verlassen.

“Irren Sie sich nicht: Wir werden diesen Ölteppich mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen – und so lange, wie es nötig ist. Wir werden BP für den Schaden, den sie verursacht haben, bezahlen lassen. Die Tragödie, die sich da an unseren Küsten abspielt, ist äußerst schmerzlich – und eine machtvolle Mahnung, dass es jetzt Zeit ist, eine Zukunft sauberer Energien einzuläuten.”

Konkretere Schritte hin zu solch einer neuen Energiepolitik nannte er aber nicht. Das sechsmonatige Tiefsee-Bohrmoratorium hielt er aufrecht.

Für diesen Mittwoch hat Obama den BP-Aufsichtsratsvorsitzenden und weitere leitende Manager ins Weiße Haus einbestellt. Er kündigte an, den Konzern zu zwingen, Geld für Entschädigunsforderungen in einen unabhängig verwalteten Treuhandfonds einzuzahlen. Damit entzieht er praktisch BP die Kontrolle über die Auszahlung des Schadensersatzes.

In den kommenden Wochen solle BP die Menge des vom Leck abgepumpten Öls auf 90 Prozent erhöhen, gab der Präsident weiterhin bei seiner Rede an die Nation bekannt. Die US-Regierung korrigierte die Menge des ausfließenden Öls ein weiteres Mal nach oben, demnach strömen täglich über 8000 Tonnen ins Meer.

Die BP-Manager hatten sich am Dienstag vor dem Kongress harte Kritik an ihrem Sicherheitsmanagement anhören müssen. Andere Ölkonzerne distanzierten sich von ihnen.