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Kirgistan: Rotes Kreuz befürchtet "humanitäre Krise"

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Kirgistan: Rotes Kreuz befürchtet "humanitäre Krise"

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Nach tagelangen Kämpfen mit mindestens 200 Toten hat sich die Lage im Süden Kirgistans beruhigt. In der größten Stadt der Region Osch kam es noch zu vereinzelten Schußwechseln, doch laut der Übergangsregierung habe sich auch dort die Situation stabilisiert.

Das Flüchtlingsdrama indes spitzt sich weiter zu. Usbekistan ist überfordert und hat seinen Grenzen geschlossen. Laut der UNO sind rund 400.000 Menschen auf der Flucht. Eine Frau erzählt unter Tränen: “Wir müssen weg und unser Haus aufgeben, weil sie uns fortjagen. Sie töten Frauen und Männer. Wir würden lieber bleiben, denn wir sind hier geboren, es ist unsere Heimat.”

Die kirgisische Führung befürchtet, dass sich die Unruhen weiter ausbreiten könnten. In der Hauptstadt Bischkek im Norden soll eine Bürgermiliz für Ruhe und Ordnung sorgen.

Trotz der angespannten Lage will die Übergangsregierung gegen Ende des Monats ein Referendum zur Änderung der Verfassung abhalten.

Der Vizechef Azimbek Beknazarov bekräftigte: “Wir halten am Referendum fest, unabhängig davon, wie viele Menschen wählen werden. Die Bewohner dieses Landes müssen verstehen, dass diese Abstimmung sehr wichtig ist.”

In der zentralasiatischen Region läuft derweil die erste Hilfswelle an. Die EU stellt fünf Millionen Euro Soforthilfe bereit und auch die USA wollen ebenfalls rund fünf Millionen Euro zur Verfügung stellen. Die Flüchtlinge brauchen dringend medizinische Versorgung, Unterkünfte, Wasser und Nahrung.