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BP-Chef Hayward im Kreuzverhör

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BP-Chef Hayward im Kreuzverhör

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Er wurde zunächst einmal vereidigt. Erstmals seit der Explosion der Bohrinsel “Deepwater Horizon” ist BP-Chef Tony Hayward vom Energie-Ausschuss des US-Kongresses ins Kreuzverhör genommen worden. Obwohl er sich für die Katastrophe im Golf von Mexiko entschuldigte, kam es zu tumultartigen Szenen im Tagungssaal. Hayward wurde von lauten Rufen einer mit Öl beschmierten Demonstrantin unterbrochen, als er seine Erklärung verlesen wollte. Sie wurde von Sicherheitsbeamten überwältigt und abgeführt. Der Demokrat Henry Waxman warf Hayward vor, BP habe sich wiederholt für billigere und damit riskante Technologien entschieden, um hier eine Million und dort eine Million zu sparen. Jetzt zahle die ganze Golfregion den Preis dafür. Die Mitglieder des Energie-Ausschusses warfen Hayward in scharfen Worten vor, mehrfach Berichte über Sicherheitsprobleme auf der Bohrinsel ignoriert zu haben. Profite seien dem Unternehmen wichtiger gewesen.

Hayward versicherte, BP werde nicht ruhen bis die Sache geregelt sei, bis der Ölfluss gestoppt, die Folgen für die Umwelt beseitigt und die wirtschaftlichen Folgen auf eine vernünftige Art in Ordnung gebracht seien. Man werde kein Mittel ungenutzt lassen, über das der Konzern verfüge. BP und die gesamte Industrie würden aus diesem “schrecklichen Vorfall” lernen und stärker, schlauer und sicherer daraus hervorgehen. Bereits am Mittwoch hatte sich BP bereit erklärt, einen Treuhandfonds im Umfang von 20 Milliarden Dollar einzurichten. Aus diesem Topf sollen die Ölpest-Opfer entschädigt werden. Angesichts der Kosten der Katastrophe will BP in diesem Jahr keine Dividenden an seine Teilhaber auszahlen.