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Häftling in den USA per Gewehrkugel exekutiert

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Häftling in den USA per Gewehrkugel exekutiert

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In den USA ist erstmals seit 14 Jahren wieder ein Häftling durch ein Erschießungskommando hingerichtet worden. Der 49-jährige Ronnie Lee Gardner wurde kurz nach Mitternacht Ortszeit im Staatsgefängnis von Draper im Bundesstaat Utah erschossen. Gardner war der dritte Gefangene, der nach Wiedereinführung der Todesstrafe 1976 in den USA durch Gewehrkugeln exekutiert wurde.

Der Cousin eines der Opfer hat sich die Hinrichtung angesehen: “Sie haben ihm die Haube über den Kopf gezogen, und wir haben einige Minuten gewartet. Dann hörten wir die Schüsse und er hörte auf zu atmen. Er starb. Es war viel menschlicher als das, was er mit Melvyn gemacht hat.”

Gardner hatte vor 25 Jahren bei einem Fluchtversuch in einem Gerichtsgebäude den Rechtsanwalt Michael Burdell erschossen. Er stand wegen der Ermordung des Barkeepers Melvyn Otterstrom vor Gericht. Der Bruder des Hingerichteten sagte, er sei gegen die Todesstrafe. Man habe einen Mord verübt, genau wie es sein Bruder getan habe. Zwei Fehler machten es nicht wieder gut, er werde sich weiter für die Abschaffung der Todesstrafe einsetzen.

Ausgerechnet die Familie des getöteten Anwalts hatte sich dafür eingesetzt, die Todesstrafe in lebenslange Haft umzuwandeln. Auch Burdell sei ein Gegner der Todesstrafe gewesen, argumentierte sie vergebens.