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Polnische Präsidentenwahl läuft schleppend an

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Polnische Präsidentenwahl läuft schleppend an

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In Polen wird ein neuer Präsident gewählt, und zwar vorzeitig, nachdem Amtsinhaber Lech Kaczyński bei einem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen war.

Als Favorit gilt Parlamentspräsident Bronisław Komorowski, der das Präsidentenamt seither kommissarisch innehat. Der Historiker will die Zivilgesellschaft stärken und das Land noch enger an die EU binden.

Komorowski gehört der rechtsliberalen Bürgerplattform von Ministerpräsident Donald Tusk an. Seine Wahl könnte einen Reformstau auflösen, angestaut im Machtkampf zwischen der Regierungs- und der Staatsspitze.

Vor einem “politischen Hölle” warnt Regierungschef Tusk allerdings, sollte sein Amtsvorgänger Jarosław Kaczyński ins höchste Staatsamt aufrücken. Der nationalkonservative Oppositionsführer will erklärtermaßen das Erbe seines Zwillingsbruders fortsetzen. Zur Stimmabgabe erschien er mit seiner Nichte, der Tochter des getöteten Präsidentenpaars.

Das polnische Staatsoberhaupt hat wesentlichen Einfluss auf die Außen- und Sicherheitspolitik, sowie ein Vetorecht bei Gesetzen. Doch trotz ihrer Bedeutung lief die Wahl nur schleppend an. In den vom Hochwasser betroffenen Gebieten stellten die Behörden den Wählern Busse und sogar Amphibienfahrzeuge zur Verfügung.

Insgesamt zehn Kandidaten stehen auf den Stimmzetteln. Erreicht keiner von ihnen die absolute Mehrheit, kommt es in zwei Wochen zur Stichwahl.