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Eine machtlose Kommission will Wale schützen

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Eine machtlose Kommission will Wale schützen

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Es ist ein Krieg David gegen Goliath, der sich seit Jahren in den Waldfangrevieren abspielt.
Umweltschützer attackieren die großen Walfänger, versuchen das Töten einer bedrohten Spezies zu verhindern.

Diese Bilder stammen aus antarktischen Gewässern. Die Walfänger kommen überwiegend aus Japan.

Zwar gibt es seit 1994 ein Moratorium – doch mit einer entscheidenden Lücke. “Zu wissenschaftlichen Zwecken” dürfen die großen Meeressäuger erlegt werden. Also braucht nur jemand zu erklären, man wolle die linke Flosse wissenschaftlich untersuchen, um anschließend tonnenweise das dabei übrig bleibende Walfleisch in Kochtöpfen und Medikamenten entsorgen zu können.

Die Internationale Walfangkommission IWC verfügt über keine echten Sanktionsmöglichkeiten.
Besonders unversöhnlich stehen sich in diesem Streit um die Wale Japan und Ausstralien gegenüber.

Der australische Außenminister Stephen Smith will der internationalen Walfangkommission eine Schonzeit vorschlagen, während der die Tiere nicht belästigt oder gar getötet werden dürfen.

Sein japanische Kollege Katsuya Okada konterte bereits mit der Ankündigung, dann wolle sein Land in internationalen Kommission darauf pochen, dass japanischer Walfang als legal anerkannt werde.

Im Mai hatte Australien angekündigt, Japan für seine Praktiken vor dem für Streifragen zwischen Staaten zuständigen Internationalen Gerichtshof der Vereinten Nationan zu verklagen. Japan argumentiert mit “nationalen Traditionen “ beim Verzehr von Walfleisch.

Und die bringen auch Island gutes Geld ein. Isländische Unternehmen fangen Wale und verkaufen in großem Stil daraus hergestellte Produkte an Japan.

Es wird erwartet, dass der Preis von bisher 29 euro für ein Kilo gefrorenes Walfleisch auf 900 euro steigt.

Japanische Walfänger haben 2009 1.004 Tiere getötet, Norweger töteten 536 Tiere und
Isländer 38.

Der Exporterlös von gefrorenem Walfleisch geht für Island in die Millionen. So wird verständlich, warum Island, das gerade über den EU-Beitritt verhandelt, das Moratorium rundweg ablehnt. Eine Position, die außer Dänemark alle EU-Mitglieder kritisieren.