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Aufmüpfiger General mit offenen Worten


Afghanistan

Aufmüpfiger General mit offenen Worten

General Stanley McChrystal steht für ein Konzept, das sich im Irak bewährt zu haben schien. COIN, die entschlossene Bekämpfung von Aufständischen mit massiven Truppeneinsatz, der gleichzeitig aber so erfolgt, dass die Zahl ziviler Opfer minimiert wird.

“Die afghanische Bevölkerung steht im Zentrum unserer Mission. Sie sind unsere Mission, sie müssen wir vor Gewalt schützen”, versprach McChrystal bei seiner Einführung als Oberbefehlshaber der Internationalen Truppen in Afghanistan.

Diese Strategie ist nicht unumstritten. Bei den Soldaten in Afghanistan, denen die ihnen auferlegte Zurückhaltung nicht passt, aber auch in Washington, wo sich das Pentagon gegen Vizepräsident Biden durchsetzte.

Als die Regierung über eine neue Strategie nachdachte, sprach sich Biden für die gezielte Kommandoaktionen gegen Taliban-Führer und einen Truppenabbau aus. Schon damals wurde der Konflikt McChrystals mit der politischen Führung in der Presse ausgetragen. Der Wahington Post wurde die Einschätzung des Generals zugespielt, um in Afghanistan zu gewinnen sei eine Truppenaufstockung um 40.000 Mann erforderlich. Präsident Obama war nicht erbaut.

“Lassen Sie mich klarstellen, niemals wurde mir eine Option zur Truppenaufstockung vor 2010 unterbreitet. Also hat es keine Verzögerung oder Ablehnung gegeben, was die erforderlichen Mittel für den Krieg betrifft”, sah sich Obama gezwungen festzustellen.

Als McChrystal gefragt wurde, ob Vizepräsident Bidens Strategie der gezielten Jagd auf Al-Kaida-Führer Erfolg haben könmne, antwortete er, “Offen gesagt: Nein!” Und auch mit dem US-Botschafter in Kabul hat es sich McChrystal verdorben. Statt seinem früheren Vorgesetzen Karl Eickenberry machte er den britischen Botschafter Mark Sedwell zu seinem diplomatischen Pendant. Kritiker bemängeln, Gewicht hätte der Posten nur, wenn er mit einem Amerikaner besetzt worden wäre.

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