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Hochtechnologischer Bimbam

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Hochtechnologischer Bimbam

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Wie seit hunderten von Jahren läuten die Glocken im kleinen Dorf Chiari in Norditalien. Wie seit hunderten von Jahren ? Hinter den alten Glocken steckt neuste Technologie. Tatsache ist: niemand zieht am Seil. Diese Glocken läuten ferngesteuert.

Der Technologie-Sprung kam durch Personalmangel zustande. Um trotz des konstanten Rückgangs der Priesterzahlen weiter durch regelmässige Glockenklänge Präsenz zu zeigen, greift die katholische Kirchen in kleineren Städten und abgelegenen Dörfern in Italien zur drahtlosen Technik. Ein Labor in Norditalien hat den Ablauf perfektioniert. Und der geht so:

Der Pfarrer aktiviert seine Kirchenglocken mithilfe eines 12 Zoll Berührbildschirms (Touchpads) in der Kirche oder von seinem Mobiltelefon aus per Fernbedienung – da kann er auch Tausende Kilometer entfernt sein.

Giorgio Campiotti, Chef von Globalfox:

“Dahinter steckt ein elektronisches Herz, genannt RC-Touchbell. Das ist ein hochentwickeltes Management System für Glockentürme, Turmuhren und alles, was eine Kirche so braucht.”

Computer, angeschlossen an Elektromotoren, erledigen das, was früher jugendliche Ministranten machten. In Chiari läuten die Kirchenglocken alle 15 Minuten, um die Uhrzeit zu verkünden. Mittag und um sechs Uhr abends wird die Melodie wiederholt. Möglich sind auch bis zu 15 verschiedene Konzerte pro Tag, zur Wahl steht ein Pool von 140 verschiedenen Melodien – alles MP3-Dateien auf dem RC Touchbell System. Mit dieser Technik kann jedes Sound-System in der Kirche ferngesteuert werden, von der Orgel bis zur Hand Glocke des Ministranten….

… solange der Teufel sich nicht in die technischen Details setzt.