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Gasstreit belastet Europa

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Gasstreit belastet Europa

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Der Gasstreit zwischen Russland und Weißrussland geht in eine neue Runde. Minsk hat nach Regierungsangaben seine Rechnungen bei Russland komplett bezahlt und die geforderten 152 Millionen Euro an den Staatskonzern Gazprom überwiesen.
Russland bestätigte den Erhalt des Geldes zunächst nicht. Weißrussland dreht jetzt den Spieß um, und stellt nun selbst ein Ultimatum. Vize-Regierungschef Wladimir Semaschko kündigte an: “Ich fordere Gazprom dazu auf, 260 Millionen US-Dollar an Weißrussland bis spätestens 10 Uhr zu zahlen. Wenn das nicht geschieht, dann werden wir die Weiterleitung von Gas und Öl durch das weißrussische Gebiet einstellen.”

Sollte Minsk seine Drohung wahr machen und dem Westen den Gashahn zudrehen, dann wird sich die EU voraussichtlich in den Konflikt einschalten.
Energiekommissar Günter Oettinger bekräftigte:
“Litauen erhält bereits 40 Prozent weniger Gas, wenn es zu einem Engpass kommt, dann ist das nicht nur ein Problem eines Mitgliedlandes, sondern ein Angriff auf die gesamte Europäische Union.”
Um Probleme bei der Gasversorgung künftig zu vermeiden, will die EU nun Gasspeicher in Polen bauen.

Experten zufolge versucht Russland mit dem Energiestreit Weißrussland in eine Dreier-Zollunion mit Kasachstan zu zwingen.