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Interview Armstrong


Redaktion Brüssel

Interview Armstrong

Wir wenden uns nun Franny Armstrong zu, einer unabängigen Klima-Aktivistin und Regisseurin aus London.

Frau Armstrong, Ihre letzte Dokumentation war “The Age of Stupid”, deutscher Titel: “Das Zeitalter der Dummheit”.

Ihre Kampagne 10:10 will erreichen, dass Menschen und Firmen Großbritanniens ihren Kohlenstoff-Ausstoß in diesem Jahr um zehn Prozent senken.

Viele Nicht-Regierungs-Organisationen planen für den 10.Oktober – also den 10.10. – diverse Events, um den nächsten Klimagipfel zum Handeln aufzufordern.

Wie lief das Treffen in Bonn?

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Nun, ich denke, da gabs schon einige kleine Schritte nach vorn; allerdings auch einige große Schritte zurück und unterm Strich sind wir zu langsam.
Diese Leute haben keine geringere Aufgabe, als uns vor uns selbst zu schützen.
Aber es sieht defintiv nicht danach aus.
Ich war ja auch bei den Treffen dabei und dort sprachen wir mit den wichtigsten Politikern der Welt…
Und sie wollen auch das Klima schützen, können aber nicht handeln, weil ihnen die Unterstützung aus der Bevölkerung fehlt.
Wenn sie nämlich mit neuen strengen Regularien nach Hause kämen, dann würden sie in ihren Ländern die nächste Wahl verlieren.
Da muss die Bevölkerung im Bewusstsein weiterkommen und das versuchen wir mit unseren Aktionen.

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Und wie siehen diese aus?

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Nun, wir begannen ja erst in diesem Januar, aber der Zuspruch hat uns – entgegen unserer wildesten Träume – echt umgehauen.
45 Prozent der Kommunen haben unterschrieben, uns zu unterstützen.
Das heißt, dass uns damit die Hälfte der Bevölkerung folgt; das ist viel!
Wir haben auch einige der wichtigsten Firmen mit ins Boot holen können, wie Microsoft, Adidas, Sony, etc…
Vor zwei Wochen hat übrigens auch die Londoner Metro unterschrieben, dass sie mit 10 Prozent weniger Energie auskommen will.
Und 24 Stunden nach Übernahme der Regierungs-Geschäfte hat sich auch das gesamte Kabinett von David Cameron zu uns bekannt.

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Und ihre Idee ist nun global geworden und wurde von anderen Ländern übernommen…

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Also praktisch vom allerersten Tag an, bekamen wir E-Mails aus anderen Ländern.
Vor zwei Wochen zum Beispiel hat Frankreich für die French Open unterschrieben.
Mit anderen Worten soll also das Tennisturnier mit 10 Prozent weniger Strom auskommen.
Australien, Neuseeland, Deutschland,… verschiedene Länder machen mit.
Und kürzlich hat nun auch Russland unterschrieben…

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