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Was machen gegen die Klima-Katastrophe?

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Was machen gegen die Klima-Katastrophe?

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Frau Hedegaard, glaubt denn irgendjemand daran, dass man in der Frage der Klimaveränderung vorankommen wird? Auch innerhalb der EU?

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Ja, definitiv.
Sie können Vertreter aller Länder fragen, ob sie erwarten, dass wir etwas unternehmen; und dann erwartet man es von Europa.

Denn man weiß, dass wir nicht nur reden sondern auch handeln.

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Aber die Treffen in Kopenhagen wie auch in Bonn haben doch nur enttäuschende Ergebnisse gebracht.
Was war los?

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Es stimmt, dass wir in Kopenhagen nicht alles erreichten, was wir uns vorgenommen hatten…
Aber wer setzt denn diese Themen immer wieder auf die Tagesagenda, sogar in Zeiten der Wirtschaftskrise?
Ich würde sagen, dass sich ohne Zweifel die EU darum bemüht.

Und ich frage mich, warum man es sich immer so leicht dabei macht, diejenigen anzugreifen, die das Meiste machen. Warum machen die nicht noch mehr?

Denn wenn Sie zum Beispiel die Entwicklungsländer fragen, würden Ihnen viele antworten: Ja, Europa hat das Kyoto-Protokoll nicht nur unterzeichnet, sondern ist auch die Region, die die meisten Vorhaben zugesagt und sich zudem bis 2020 die größten Ziele gesetzt hat.

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Aber die anderen folgen der EU nicht…

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Da darf ich ein wenig widersprechen. Denn wenn wir dieses Interview vor zwölf Monaten gemacht hätten, dann hätte ich zugeben müssen, dass wir allein auf weiter Front gewesen wären, vielleicht mit einigen wenigen Ausnahmen…

Aber im Vorfeld zum Kopenhagener Gipfel, haben sich dann auch Brasilien, Indien, Südafrika, China, Indonesien, Südkorea, Mexiko und Japan höhere Ziele gesetzt. Russland anschließend auch.

Viele sind uns also gefolgt. Zwar nicht so viele wie ich gerne gesehen hätte, aber verglichen mit dem Stand Mitte 2009 sind wir bereits vorangeschritten.

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Kann denn das Bemühen an der Basis mehr erreichen, als etwaige Bemühungen der Regierungen?

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Meines Erachtens hat man im Vorwege des Kopenhagen-Treffens gemerkt, dass wenn man die Menschen mitnimmt, dann übt man damit auch einen Druck auf die Politik aus; und das ist wichtig.

Und ich denke auch, dass wir schon jetzt Leute brauchen, die in den Städten, in den Betrieben und in der Wirtschaft Dinge verändern wollen, denn es gibt so viel zu tun.

Und zwar nicht nur wegen der internationalen Verhandlungen, sondern auch weil der Klima-Schutz im EU-eigenen Interesse ist.

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Vielen Dank.