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Belgische Kommission gegen sexuellen Missbrauch tritt zurück

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Belgische Kommission gegen sexuellen Missbrauch tritt zurück

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Eine von der katholischen Kirche Belgiens ins Leben gerufene Kommission zur Betreuung von Opfern sexuellen Missbrauchs ist kollektiv zurückgetreten. Als Begündung für den Rücktritt nannte die Kommission die Beschlagnahmung von fast 500 Akten über mutmaßliche Missbrauchsfälle.

Die Arbeit der Kommission sei nach der Polizeiaktion am vergangenen Donnerstag unmöglich geworden, sagte Kommissionsmitglied Karlijn Demasure. “Sämtliche unserer Akten sind beschlagnahmt worden, obwohl wir uns in Absprache mit den Justizbehörden bemüht haben, die Rechte der Opfer zu schützen”, so Demasure. “Ohne Vertrauen in diese Kommission hätten uns die betroffenen 475 Bürger nicht ihre persönlichen Informationen gegeben.”

Der Vorsitzende der Kommission, Peter Adriaenssens, hatte schon in der vergangenen Woche gegen die Polizeiaktion protestiert, die trotz einer Vereinbarung mit der Staatsanwaltschaft über die Vertraulichkeit der Unterlagen stattfand.

Papst Bendikt übte ebensfalls Kritik an dem Einsatz der belgischen Polizei. Er bezeichnete die Ermittlungen gegen mehrere belgische Bischöfe wegen Missbrauchs von Kindern als “beklagenswert und verwunderlich”.

Im April hatte ein belgischer Bischof eingeräumt, sich wiederholt an einem Kind sexuell vergangenen zu haben und war vom Amt zurückgetreten.