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Teheran straft Westen ab

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Teheran straft Westen ab

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Im Streit um das iranische Atomprogramm hat Teheran erneut sein Verhandlungsbereitschaft bekräftigt. Allerdings, so Statspräsident Mahmud Ahmadinedschad, sei man erst im September zu Gesprächen bereit. Dies sei eine “Strafe” um den Westen zu lehren, wie man einen Dialog zu führen habe.

Die jüngste Einschätzung des US-Geheimdienstes wird in Teheran als “psychologische Kriegsführung” gewertet. Am Sonntag hatte CIA-Chef Leon Panetta im amerikanischen Fernsehsender ABC erklärt, der Iran habe genügend Uran für zwei Atombomben.

“Unserer Einschätzung nach haben sie momentan genügend schwach angereichertes Uran für zwei Sprengköpfe. Dafür müssen sie es aber noch weiter anreichern. Wenn sie sich dazu entscheiden, benötigen sie unserer Schätzung zufolge noch ein Jahr und ein weiteres für die Entwicklung eines Trägersystems”, erklärte Panetta in der Talkshow “ABC This Week”.

Der russische Präsident Dmitri Medwedew äußerte sich besorgt über die CIA-Angaben. Zwar müsse die Information überprüft werden, sie gebe jedoch Anlass zur Sorge, da das Atomprogramm der Islamischen Republik nicht transparent sei, sagte Medwedew. “Wenn sich die Informationen des amerikanischen Geheimdienstes bestätigten, würde dies die Spannungen erhöhen und für diesen Fall schließe ich zusätzliche Überlegungen nicht aus”.

Der Westen vermutet, dass der Iran unter dem Deckmatel eines zivilen Atomprogramms den Bau von Atomwaffen anstrebt. Teheran bestreitet dies.
Der Weltsicherheitsrat hat gegen den Iran wegen des Atomprogrammes Anfang Juni zum vierten Mal Sanktionen verhängt.