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Deutscher Bundespräsident im 3. Wahlgang

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Deutscher Bundespräsident im 3. Wahlgang

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Christian Wulff ist der Wunschkandidat von Angela Merkel. So wie vor 6 Jahren und vor einem Jahr Horst Köhler ihr Wunschkandidat war.
Lanciert wurde die Kandidatur jedesmal nach pareipolitischem Kalkül. Im Vorfeld sah es auch diesmal ganz einfach aus – mit Blick auf die Zahl der Wahlleute, die die Regierungskoalition stellt.

Aber schon in den Wochen vor der Wahl zeigte sich, dass die mathematisch vorhandene absolute Mehrheit eben doch noch an der Entscheidung realer Personen hängt.

Und da haben wohl einige aus dem eigenen Lager ihrer Kanzlerin einen Warnschuß vor den Bug setzen wollen.

So ist Christian Wulff jetzt Bundespräsident im dritten Wahlgang. Das gab es schon zweimal, 1969 bei Gustav Heinemann und 1994 bei Roman Herzog.

Für Wulff war diese Kandidatur durchaus ein Risiko. Es ist viel spekuliert worden, welche Folgen Wulffs Niederlage für die Regierung Merkel gehabt hätte. Die ist geschwächt. Soviel steht fest. Sowohl durch interne Streitereien der Koalitionspartner als auch durch die verlorene Wahl in Nordrhein-Westfalen. Dadurch ist die Mehrheit im Bundesrat verloren gegangen.

Merkels Koalitionspartner FDP ist in Umfragen geradezu dramatisch abgestürzt. Heute würden die Liberalen nicht einmal mehr die für den Einzug in den Bundestag nötigen 5 Prozent bekommen. 14,6 Prozent waren es noch bei der Bundestagswahl vor 9 Monaten.

Gewählt wurde heute in Berlin ein Bundespräsident. Auswirkungen aber hat nicht nur das Ergebnis sondern auch der Verlauf dieses Wahltages ganz deutlich auf die Stärke bzw. Schwäche der Bundesregierung.