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Mehrwertsteuererhöhung ärgert die Griechen

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Mehrwertsteuererhöhung ärgert die Griechen

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In Griechenland bleibt, so scheint es, kein Stein auf dem anderen. Im Zuge der Budgetsanierung hat die Regierung bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr die Mehrwertsteuer erhöht. Statt wie bisher 21 beträgt sie nun 23 Prozent. Viele Produkte des täglichen Bedarfs sowie Dienstleistungen werden dadurch deutlich teurer. Bei den Marktleuten stößt die Reform auf wenig Gegenliebe. “Es ist schon die zweite Steuererhöhung in wenigen Monaten”, meint Marktleiter Kleanthis Tsironis. “Das letzte Mal haben wir die Preise nicht heraufgesetzt und wir werden versuchen, es auch dieses Mal nicht zu tun.”

Zu Beginn des Jahres lag der höchste Mehrwertsteuersatz noch bei 19 Prozent. Auch Rentner sind mit der Erhöhung unzufrieden, wie etwa Georgia Kalatzi: “Natürlich sind wir betroffen. Mit der Steuererhöhung wird alles teurer und niemand will mehr einkaufen gehen.”

Erstmals müssen auch Notare, Rechtsanwälte und Taxífahrer Mehrwertsteuer abführen, zwar nur einen ermäßigten Satz in Höhe von 11 Prozent, aber das ist schon genug, um die Taxifahrer auf die Barrikaden zu bringen. “Viele Leute werden es sich zweimal überlegen, bevor sie ein Taxi nehmen”, meint einer von ihnen.

Die Mehrwertsteuererhöhung ist Teil eines Maßnahmenpakets, mit dem die griechische Regierung das Land vor einem drohenden Staatsbankrott bewahren will. Manche Beobachter erwarten allerdings, dass die Erhöhung letztlich die Inflation weiter anheizen wird.