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Teurer Bettencourt-Freund vor Gericht

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Teurer Bettencourt-Freund vor Gericht

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Familienschlammschlacht im Kosmetikkonzern – dazu jede Menge Milliarden, Politik, ein Abhörskandal und eine wertvolle Freundschaft – Frankreich ist gespannt: was kommt als Nächstes raus in der Affäre um die reichste Frau Europas, Liliane Bettencourt ?

Seit heute steht der Künstler François-Marie Banier vor Gericht, weil er der 87-jährigen L’Oréal-Erbin knapp eine Milliarde Euro abgeluchst haben soll. Dafür drohen ihm drei Jahre Haft und ein paar hunderttausend Euro Strafe. Der 63-jährige bekam Immobilien, Lebensversicherungen, Gemälde und den Rest per Scheck. Bettencourts Vermögen wird auf 17 Milliarden Euro geschätzt.

Das Verfahren in Nanterre hat Bettencourts einzige Tochter Francoise angestrengt, die offenbar um ihr Erbe fürchtet. Baniers Anwalt will einen Aufschub des Prozesses erreichen.

Jüngst waren heimliche Tonaufzeichnungen von Bettencourts Ex-Butler aufgetaucht, die Steuerflucht im grossen Stil belegen – der politische Skandal war da.

Aus den Tonbändern geht hervor, dass Bettencourt Dutzende Millionen am französischen Finanzamt vorbei in die Schweiz schmuggelte und auch eine Seychellen-Insel bei der Steuererklärung nicht angab.

Seither sortiert Frankreichs Arbeitsminister Eric Woerth – verantwortlich für eine ehrgeizige Rentenreform – seine diversen Interessenskonflikte: Seine Frau arbeitete für Bettencourts Vermögensverwaltung, während er – noch als Haushaltsminister – Jagd auf Steuersünder machte.

Zu allem überfluss ist Woerth auch noch Schatzmeister der Regierungspartei UMP – zu den Parteispendern zählt – Liliane Bettencourt.