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Menschenhandel im 21. Jahrhundert

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Menschenhandel im 21. Jahrhundert

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“Geh ins Ausland arbeiten, triff interessante Leute und verdiene viel Geld…” Mit diesem Video wollen die Vereinten Nationen auf die Methoden aufmerksam machen, mit denen Frauen zu Opfern von Menschenhändler werden.

Der der jüngste UN-Bericht besagt, dass auch mit dem UN-Protokoll zum menschenhandel von 2003 kaum etwas erreicht wurde. Darin wird aufgelistet, dass rund 70.000 junge Frauen allein in Europa jedes Jahr auf solche Verlockungen hereinfallen. Bei diesem modernen Sklavenmarkt geht es um 2,4 Milliarden euro pro Jahr.

Besonders zahlreich sind junge Frauen aus den Balkanländern und jenen der Ex-Sowjetunion sowie aus Westafrika. In Schweden wurde 1999 das Gesetz geändert, so dass sich jetzt nicht die Frau strafbar macht – sondern der Kunde. Die schwedische Justizministerin berichtet, dadurch habe man den Umfang der Straßenprostitution halbieren können. Sexuelle Dienstleistungen seien nicht mehr ein so attraktiver Markt für kriminelle Aktivitäten, was sie als Erfolg verbuche.

Wenn die Bedingungen in Schweden schlechter werden, zieht die Branche eben um. Nach Barcelona zum Beispiel. Und profitiert davon, dass noch nicht einmal innerhalb der EU eine Angleichung der Gesetze erreicht wurde. Dass die Behörden hier den Prostituierten Geldstrafen aufbrummen, ändert gar nichts. Da mag die Anwohnerin im Rotlichtviertel Raval noch so klagen, es seien doch die Typen im Hintergrund, die die Strafen zahlen oder die Frauen in andere Städte schicken.

In der Schweiz hat man den gleichen Weg versucht wie in Schweden – und ist auf das Problem gestoßen, dass illegal im Land lebende Frauen weiterhin leichte Beute für Zuhälter werden. Dagegen hilft auch kein UN-Protokoll gegen Menschenhandel, obwohl das schon seit fast sieben Jahren in kraft ist.