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Komorowskis Streben nach Versöhnung

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Komorowskis Streben nach Versöhnung

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Bronislaw Komorowski geriet durch ein nationales Drama ins Rampenlicht.
Wie in anderen Ländern – z.B. auch Deutschland – sieht die Verfassung vor, dass der Parlamentspräsident vorübergehend zum ersten Mann im Staate wird, wenn das gewählte Staatsoberhaupt ausfällt.

Der Tod von Lech Kaczynski beim Flugzeugabsturz führte zu einer vorgezogenen Präsidentenwahl.
Planmäßig sollte erst im Herbst gewählt werden.

Zum Präsidentschaftskandidaten seiner Partei war Komorowki allerdings bereits Ende März gewählt worden.
Bei dieser innerparteilichen Debatte hatte er sich gegen Außenminister Radoslaw Sikorski durchgesetzt.

Komorowski stammt aus einem aus Litauen vertriebenen Grafengeschlecht.
Es mag auch an seiner Familiengeschichte liegen, dass er sich so intensiv um die Beilegung des Streits mit Berlin wegen des Doikumentationszentrums gegen Vertreibungen bemühte.

In den vergangenen 20 Jahren spezialierte sich der diplomierte Historiker auf Sicherheits- und Verteidigungsfragen.
Er leitete den Verteidigungsausschuß des Parlaments, wurde 2000 Verteidigungsminister.

Verteidigung und Sicherheit gehört neben Außenpolitik zu den Bereichen, in denen die polnische Verfassung dem Staatsoberhaupt Entscheidungsbefugnisse einräumt.

Seine politischen Wurzeln hat Komorowski wie die Kaczynskis in der demokratischen Opposition gegen das kommunistische Regime.
Sein Wahlspruch lautete allerdings
“Eintracht baut auf.“Er will “versöhnen statt zu spalten”. Seinen Sieg bezeichnete er als Sieg der polnischen Demokratie.