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Hungerstreik III - und Havanna bewegt sich doch

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Hungerstreik III - und Havanna bewegt sich doch

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Der kubanische Regimekritiker Guillermo Fariñas hört Ende Februar auf zu essen – weil er empört ist über den Tod des Klempners Orlando Zapata – auch er war im Hungerstreik. Die kubanische Regierung soll einen hohen Preis zahlen, weil sie Zapata sterben ließ. Zapata war 42 Jahre alt. Nach dem Willen seiner Freunde soll er ein Held werden, ein Märtyrer des friedlichen Kampfes für die Freiheit.

Seine Geschichte ist ein Abgesang auf den Rechtsstaat: Im Jahr 2003 erwischt die Verhaftungswelle “Schwarzer Frühling” auch ihn – er bekommt drei Jahre Knast wegen “Widerstands.” Der geht hinter Gittern weiter – und seine Strafe wird schrittweise hochgeschraubt bis auf 25 Jahre.

Bis er schließlich aus Protest gegen Schläge im Gefängnis die Nahrungsaufnahme verweigert.

Die Regierung erklärt, man lasse sich nicht erpressen. Zapatas Tod löste Proteste im In- und Ausland aus, unter anderem bei der EU-Ratspräsidentschaft, Brasiliens Staatschef Luiz Inacio Lula da Silva und US-Außenministerin Hillary Clinton.

Und in Kuba kämpfen “Damen in Weiß” gegen den “Schwarzen Frühling”. Die Festnahme von Orlando Zapata und 75 weiteren Dissidenten löst eine beispiellose Bewegung aus. Mütter, Ehefrauen, Schwestern von Gefangenen, trotzen als “Damen in Weiß” öffentlich der Staatsmacht. Sie beschweren sich, dass 17 der Gefangenen fern der Heimat festgehalten werden – was das Strafgesetzbuch nicht erlaubt. 11 Gefangene sind älter als 60 und 26 nicht gesund. Insgesamt soll es in Kuba 180 politische Gefangene geben, mindestens.

Aber gleichzeitig bewegt sich auch etwas: Am Auch Spanien zieht alle diplomatischen Strippen, um die Lage der politischen Häftlinge auf Kuba zu verbessern. Ministerpräsident Jose Luis Rodriguez Zapatero spricht darüber mit dem Papst.

Den Vermittlern von der spanischen Regierung und der katholischen Kirche dürfte die Arbeit trotzdem nicht so schnell ausgehen: Vor dem Begräbnis von Orlando Zapata wurden gleich wieder ein paar der üblichen Verdächtigen festgenommen.

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