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Spesenskandal: Rücktritte in Paris

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Spesenskandal: Rücktritte in Paris

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In Frankreich rollen die Köpfe, der Unmut über Spesenskandale hat zwei französische Regierungsmitglieder den Job gekostet. Eine Immobilien und Flugaffäre brachten den Staatssekretär Alain Joyandet zu Fall. Er reichte seinen Rücktritt ein.

Sein Kollege Christian Blanc, der für die Entwicklung der Hauptstadtregion zuständig ist, tat ihm gleich. Blanc ist sein Hang für teure Zigarren zum Verhängnis geworden, Tabakwaren für 12.000 Euro auf Kosten des Steuerzahlers.
Laut Regierungsmitglied Nathalie Kosciusko-Morizet handelt es sich um Einzelfälle: “Der Fall von Christian Blanc und Alain Joyandet ist besonders. Ihnen wird Missbrauch von Steuergeldern vorgeworfen. Ein solches Benehmen ist in den heutigen Krisenzeiten inakzeptabel und kommt sehr schlecht an.”

Die Kritik des Oppositionspolitikers Pierre Moscovici fällt härter aus: “Die Regierung befindet sich auf dem absteigenden Ast, sie ist verbraucht und durch all diese Skandale angeschlagen. Diese Regierung hat das Vertrauen der Franzosen verspielt.”

In der französischen Presse wird gemunkelt, dass Joyandet und Blanc geopfert wurden, um den Arbeitsminister Eric Woerth zu retten. Dieser ist in die Affäre um die L`Oreal Erbin Liliane Bettencourt verstrickt, er soll Steuerhinterziehungen der reichsten Frau Frankreichs gedeckt haben.

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy wird es schwer haben das angekratzte Image wiederherszustellen, laut einer jüngsten Umfrage halten 64% der Franzosen ihre Politiker für korrupt.