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Vom Familienstreit zur Staatsaffäre

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Vom Familienstreit zur Staatsaffäre

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Ebenfalls in den französischen Finanzskandal verwickelt ist Arbeitsminister Eric Woerth, der 2007 als Kassenwart von Sarkozys Wahlkampforganisation die 150 000 Euro von Liliane Bettencourt entgegengenommen haben soll:

“Ich bin total geschockt über das alles. Ich war die letzten acht Jahre Schatzmeister meiner Partei und habe mir nichts vorzuwerfen, das steht fest.”

Angefangen hat der Finanzskandal um l`Oréal-Erbin Bettencourt mit einem Familienstreit. 2007 hatte Bettencourts Tochter dem Fotografen ihrer Mutter vorgeworfen, die betagte Dame beeinflusst zu haben, ihm Geschenke im Wert von 1 Milliarde Euro zu machen. Der Prozess gegen den Fotografen wurde wieder aufgenommen.

Dann geriet Bettencourt in den Verdacht des Steuerbetrugs. In einem geheim aufgezeichneten Gespräch mit ihrem Vermögensverwalter Patrice de Maistre ist die Rede von Konten in der Schweiz und besagten Geldumschlägen. So kam auch heraus, dass Eric Woerth, damals Budgetminister, seine eigene Frau ebenfalls mit der Verwaltung des Bettencourts-Vermögens beauftragen liess.

Dadurch, dass Eric Woerth den Umschlag mit der Wahlkampfspende von de Maistre bekommen haben soll, hat sich der Privatstreit nun zu einer Staatsaffäre ausgeweitet, die bereits zwei Staatssekretäre das Amt gekostet hat und wohl noch weitere Köpfe rollen lassen wird.