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Erdbebenopfer von L'Aquila protestieren

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Erdbebenopfer von L'Aquila protestieren

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Mehr als ein Jahr nach dem Erdbeben von L’Aquila protestieren Einwohner der zerstörten Stadt gegen den schleppenden Wiederaufbau. Dabei kommt es zu Rangeleien mit der Polizei, als die Demonstranten zum Sitz von Regierungschef Silvio Berlusconi vordringen wollen.

Einige tausend Menschen sind hier in der Hauptstadt
Rom: Sie beklagen, dass nach den ersten öffentlichkeitswirksamen Ankündigungen nicht mehr viel passiert sei. Nur wenige neue Häuser seien entstanden, im historischen Zentrum von L’Aquila habe sich gar nichts getan.

Dazu sollen Steuerbefreiungen vom letzten Jahr jetzt auslaufen. Mit einer Besserung rechnen die Betroffenen kaum: Schließlich geht es auch in Italien in nächster Zeit vor allem ums Sparen.

“Neunzehn Gebäude haben sie neu errichtet”, sagt eine Frau hier; “der Rest ist so geblieben, im Zentrum verfällt alles. Nichts haben sie wieder aufgebaut.”

“Warum sind denn diese Leute hier?”, fragt ein Mann. “Und nicht nur sie: Andere konnten nicht kommen, weil wir eben arbeiten. Aber wir hier wollen zeigen, dass unsere Stadt uns was bedeutet.
Manche haben immer noch keine Häuser, weil die Behörden nichts hinkriegen.”

Für Berlusconi ist die Kundgebung unangenehm: Er sah sich nach dem Erdbeben vom April letzten Jahres gerne als Macher. Gut dreihundert Menschen kamen damals ums Leben. Rund dreißigtausend leben nach wie vor in Behelfsunterkünften, im Hotel oder in Kasernen.