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Schranken für Extrazahlungen an Banker

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Schranken für Extrazahlungen an Banker

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Das EU-Parlament setzt die Lektionen aus der Bankenkrise um. Es stimmte an diesem Mittwoch für die weltweit weitgehendste Drosselung von Bankenboni. Die Regelung sieht vor, dass Trader einen Großteil ihrer Extrazahlungen innerhalb von mindestens drei Jahren ausgezahlt bekommen. Boni gelten als Mitauslöser der Finanzkrise, weil sie Banker zu risikoreichen Handlungen verleiten. Arlene McCarthy von den Sozialisten sagte, für größere Boni werde es eine Höchstauszahlung in bar von 20 Prozent geben. Für kleinere Boni 30 Prozent. So wolle das EU-Parlament verhindern, dass Menschen mit millionenfachen Boni eine finanziell angeschlagene Bank hinter sich zurücklassen, der der Steuerzahler aus der Klemme helfen müsse.

Der neue Gesetzestext soll Dienstag von den EU-Finanzministern unter Dach und Fach gebracht werden. Eingeführt werden die Regeln ab nächstem Januar.

Bei einer gemeinsamen europäischen Finanzaufsicht machte das Parlament weiter Druck. Die endültige Entscheidung soll auf dem EU-Ministerrat bis spätestens September erfolgen.

Der Liberale Guy Verhofstadt erklärte, das Europäische Parlament wolle zu Recht, dass die europäische Überwachungsbehörde das letzte Wort auf den Finanzmärkten habe. Die ganze finanzielle Krise habe gezeigt, dass nationale Instanzen nicht ausreichend funktionierten und dass man eine europaweite Behörde brauche.

So sollen drei neue Instanzen für Banken, Börsen und Versicherungen geschaffen werden. Außerdem ist ein Weisenrat geplant, der Risiken bei der Europäischen Zentralbank frühzeitig erkennt.