Eilmeldung

Eilmeldung

Spion gegen Spion, Version '2010

Sie lesen gerade:

Spion gegen Spion, Version '2010

Schriftgrösse Aa Aa

Der wegen Hochverrats verurteilte Moskauer Physiker Igor Sutjagin soll gegen einen in den USA oder Großbritannien enttarnten russischen Spion ausgetauscht werden. Der 45 Jahre alte Wissenschaftler bekam 15 Jahre Haftstrafe, weil er Informationen über die russische Raketenabwehr und modernste Atom-U-Boote weitergab. Er sitzt seit elf Jahren.

Er wolle zwar Russland gar nicht verlassen, so seine Anwältin Anna Stawizkaja,
“…aber er fühlte sich so unter Druck gesetzt, dass er nicht ablehnen konnte. Sonst hätte er seine Zukunft ausradiert.”

Zur Vorbereitung des Austauschs sei Sutjagin bereits aus einem Straflager im Norden nach Moskau gebracht worden. Gegen wen, wann und wie er ausgetauscht werde, sei noch unklar.

Moskauer Medien meinen: Gegen einen der zehn mutmaßlichen russischen Spione, die Ende Juni in den USA festgenommen worden waren. Sie werden allerdings von der Fachwelt eher als James-Bond-Laienspieler belächelt.

In Parks vergrabenes Geld, verstohlene Treffen, die mittels eines vorher verabredeten Codeworts angebahnt wurden, Botschaften mit unsichtbarer Tinte und Geldübergaben in identischen Tragetaschen – all das zu dem Zweck, “ihre Hauptmission zu erfüllen: Verbindungen in Politik-Kreise in den USA aufzutun und zu entwickeln”, so zitiert die US-Bundespolizei FBI eine Botschaft der “Zentrale”, die all das angeleitet haben soll.

Und mittendrin das wallend rothaarige Society-Girl Anna Chapman, geborene Kouchtchenko –
von der deutschen Presse zur “schärfsten Spionin der Russen” befördert.

Der aufgeflogenen Gruppe wird von der US-Justiz zwar Agententätigkeit zur Last gelegt. Zum Vorwurf der Spionage reichte es jedoch nicht.