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Kuba lässt politische Häftlinge frei

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Kuba lässt politische Häftlinge frei

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Mehr als fünfzig politische Gefangene sollen in Kuba freigelassen werden. Mehr als doppelt so viele bleiben nach Angaben von Regierungsgegnern damit aber noch in Haft.

Spaniens Außenminister hatte mit der kubanischen Führung ebenso über eine Freilassung gesprochen wie schon seit längerem die katholische Kirche des Landes.

Fünf Häftlinge werden sofort entlassen und können mit ihren Familien zunächst nach Spanien ausreisen. Für 47 weitere gilt das in den nächsten Monaten.

Spanien will nun die so genannte Gemeinsame Haltung der EU gegenüber Kuba aufweichen: Diese Haltung, 1996 beschlossen, verknüpft die Zusammenarbeit mit kubanischen Fortschritten bei Demokratie und Menschenrechten.

Einer der bekanntesten Dissidenten des Landes sieht das aber anders und ist gegen die Lockerung dieser gemeinsamen EU-Haltung: Nach wie vor, sagt Oswaldo Payá, dürften die Kubaner nicht tun und sagen, was sie wollten. Europa dürfe all diese Ungerechtigkeiten nicht vergessen.

Möglicherweise beendet nun auch Guillermo Fariñas, ebenfalls ein Dissident, seinen monatelangen Hungerstreik. Er macht das davon abhängig, dass eine bestimmte Anzahl von Häftlingen tatsächlich erst einmal in Freiheit sei. Sowohl Spanien als auch die Kirche wollen, dass er den Hungerstreik beendet.

Die Gefangenen, die jetzt freigelassen werden sollen, sind seit 2003 in Haft. Damals, im berüchtigten Schwarzen Frühling, ging die kubanische Führung massiv gegen ihre Gegner vor. 75 Dissidenten wurden verhaftet und zu langen Gefängnisstrafen verurteilt. Mit den bevorstehenden Entlassungen wären alle von ihnen wieder frei.